12.04.2015 - Ein ‚Menschenzoo‘ in der Senne - Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer des Nationalsozialismus

Sowjetische Kriegsgefangene vor den Erdhöhlen (Bildrechte: Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne)
Sowjetische Kriegsgefangene vor den Erdhöhlen (Bildrechte: Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne)
Diskussionsteilnehmer (Bildrechte: wdr)
Diskussionsteilnehmer (Bildrechte: wdr)

Vor 70 Jahren, im April 1945, wurden das KZ Niederhagen und das Mannschaftsstammlager für sowjetische Kriegsgefangene im westfälischen Stukenbrock befreit. Das sogenannte Stalag 326 (VI K) Senne war das größte Lager für sowjetische Kriegsgefangene auf deutschem Boden. Es bestand zwischen 1941 und 1945 in Stukenbrock, im heutigen Kreis Gütersloh. Die Dokumentationsstätte Stalag Senne und der Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter erinnern an die Geschehnisse. Sie sind jedoch vergleichsweise wenig bekannt. Bis heute kommen Angehörige in das ehemalige „Russenslager“, um Gräber aufzusuchen, Heimaterde zu hinterlassen oder ihre Verwandten zu ehren. Die Identifizierung ehemaliger Kriegsgefangener ist immer noch ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit der Dokumentationsstätte.

Was war das „Stalag Senne“ innerhalb des nationalsozialistischen Lagersystems, was geschah mit den Kriegsgefangenen, wie sieht die Gedenkarbeit heute aus, welche Wege nimmt die Erinnerungskultur? Diesen Fragen widmet sich dieses Forum. Bundespräsident Joachim Gauck wird Anfang Mai die Gedenkstätte besuchen.

Es diskutieren:
Kirsten John-Stucke, Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg
Volkhard Knigge, Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Vladimir Kukin, Russische Botschaft, Berlin
Jörg Morré, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst
Bernd Mütter, Filmautor "Menschenzoo in der Senne"
Oliver Nickel, Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K) Senne            

Aufnahme vom 26. März 2015 aus dem Kreishaus in Gütersloh.

Redaktion: Karl Karst