Kibbutz Contemporary Dance Company im Forum Leverkusen

Foto: Uri Nevo
Foto: Uri Nevo
WDR 3 Kulturtipp: 

Es gibt Choreographien, in denen die Anfangsszene so komplex und dunkel ist, so voll poetischer Melancholie und atemberaubender Stille, dass sie kaum zu ertragen ist. Ein solcher Moment ist das Solo, das „If At All“ eröffnet. Über der leeren Bühne steht ein kleiner gelber Vollmond. Eine Tänzerin bewegt sich in einen Kreis aus Licht. Sie ist ganz in sich versunken … Wenn die Intensität dieses Moments, in dem die Zeit stillzustehen scheint, kaum noch zu ertragen ist, stürzt plötzlich eine Kaskade aus Licht auf die Bühne, Tänzer fallen in den Kreis ein und erobern Stille und Raum. Rami Be‘ers Choreographie erzählt keine Geschichte. Wer will, kann in dem Treiben, Schweben, Bersten und Innehalten dieser atemberaubenden Choreographie den „Kampf des Lebens“ erkennen, den Rami Be’er als eine Art „Inhalt“ mit einigem Zögern zugesteht, „if at all“ – wenn überhaupt.
Grandiose Bilder, expressive Stücke und vor allem hervorragende Tänzerinnen und Tänzer machen einen Abend mit Kibbutz Contemporary Dance zu einem außergewöhnlichen Tanzerlebnis und präsentieren den zeitgenössischen Tanz in Israel wie nur wenige andere Compagnien. Daher ist das Gastspiel ausgewählt als Beitrag der KulturStadtLev zu den Jüdischen Kulturtagen im Rheinland 2015.

Weitere Informationen und Karten: www.kulturstadtlev.de