Maria Stuart im Theater Münster

Claudia Hübschmann; im Hintergrund: Mark Oliver Bögel, Florian Steffens (Foto: Oliver Berg)
Claudia Hübschmann; im Hintergrund: Mark Oliver Bögel, Florian Steffens (Foto: Oliver Berg)
WDR 3 Kulturtipp: 

Maria Stuart, die Königin von Schottland, sucht Schutz bei ihrer Verwandten Elisabeth, der Königin von England. Diese fürchtet jedoch, die Schottin könne ihre rechtlichen Ansprüche auf den englischen Thron geltend machen und lässt sie verhaften. Schillers Geschichtsdrama setzt wenige Tage vor Marias Hinrichtung ein, deren Befehl noch nicht unterzeichnet ist. Lässt Elisabeth Maria am Leben, gefährdet diese ihre Herrschaft, lässt sie sie hinrichten, steht sie vor ihrem Volk als grausam, hysterisch, vielleicht sogar eifersüchtig da. Sehr genau beschreibt Schiller diesen Abgrund der mächtigen Frau zwischen Gefühl und Staatsräson, zwischen menschlicher Verletzlichkeit und Härte der Politik.

Das 1800 uraufgeführte Drama stellt einen Höhepunkt der klassischen Phase in Schillers Werk dar. Es ist inhaltlich wie auch formal ein Modellstück. Die fragwürdige Fähigkeit des Menschen zu Macht und Gerechtigkeit ist sein zentrales Motiv. Ein im wahrsten Sinne des Wortes klassischer Stoff, zeitlos aktuell, der die Frage stellt nach einer idealen Politik mit authentischen Führungspersönlichkeiten, die Entscheidungen im Sinne des Volkes jenseits persönlicher Eitelkeit, Ängstlichkeit und Machthunger zu treffen vermögen, die politisch Position beziehen können ohne sich selbst und ihre Ideale darüber zu verraten.

Weitere Informationen und Tickets: www.theater-muenster.com