Willkommen | Grillo-Theater Essen

Silvia Weiskopf, Jan Pröhl, Henriette Hölzel, Stephanie Schönfeld, Stefan Migge | Foto: Birgit Hupfeld
Silvia Weiskopf, Jan Pröhl, Henriette Hölzel, Stephanie Schönfeld, Stefan Migge | Foto: Birgit Hupfeld
WDR 3 Kulturtipp: 

Eine Komödie von Lutz Hübner und Sarah Nemitz

Wie viel „Wir schaffen das“ steckt wirklich in uns?

10. Januar 2018 | 24. Januar 2018 | und weitere Termine


Kann man die aktuelle Flüchtlingssituation auch komödiantisch betrachten? Man kann! Im Kino gab’s bereits im vergangenen Jahr „Willkommen bei den Hartmanns“, und fürs Theater haben die Autoren Lutz Hübner und Sarah Nemitz, aus deren Feder auch „Frau Müller muss weg“ stammt, ein Stück geschrieben, das die Diskussion über den derzeitigen gesellschaftlichen Wandel ins Wohnzimmer der jungen bürgerlichen Mitte holt.

Schauplatz des Geschehens ist eine WG-Küche. Einmal im Monat treffen sich hier alle Mitbewohner zum gemeinsamen Abendessen, ihrem Jour fixe, und den heutigen Termin nutzt Benny (Jan Pröhl) für eine brisante Mitteilung: Er wird für ein Jahr als Dozent in die USA gehen. Und damit sein Zimmer während dieser Zeit nicht leer steht, könnte man es doch Flüchtlingen zur Verfügung stellen. Fotografin Sophie (Silvia Weiskopf) ist begeistert und denkt umgehend über ein Dokumentarprojekt nach. Dagegen reagiert die Verwaltungsangestellte Doro (Stephanie Schönfeld) eher ablehnend, denn ihr Bedarf an Kontakt mit fremden Lebenswelten sei reichlich gedeckt. Jonas (Stefan Migge) könnte sich das durchaus vorstellen, allerdings befindet er sich gerade in seiner Probezeit bei der Bank und da wäre für ihn der zu erwartende häusliche Lärm sicherlich nicht sonderlich förderlich. Last but not least gibt es da auch noch die Studentin Anna (Henriette Hölzel) und die hat ganz andere Neuigkeiten zu verkünden: Sie ist schwanger und würde gern mit dem Kindsvater Achmed (Halil Yavuz) zusammenziehen – am liebsten hier in der WG. Als der türkischstämmige Sozialarbeiter später selbst vorbeischaut, bekommt die Diskussion allerdings eine neue Note, denn Achmed äußert sich ziemlich unverblümt über Araber – in der von ihm geleiteten Fahrradwerkstatt nennt er sie vorzugsweise „Kanaken“ oder „Spasten“ –, und auch die Gutmenschen bekommen ihr Fett weg.


Weitere Informationen, Termine und Tickets: theater-essen.de