"Schürmann trifft Ludwig" im Ludwig Forum Aachen

Chuck Close, Richard,1969, Acrylfarbeauf Leinwand, 274 x 214 cm, Sammlung Ludwig, © Ludwig Forum Aachen, Foto: Anne Gold
Chuck Close, Richard,1969, Acrylfarbeauf Leinwand, 274 x 214 cm, Sammlung Ludwig, © Ludwig Forum Aachen, Foto: Anne Gold
WDR 3 Kulturtipp: 

Klassiker der Pop-Art, Gerhard Richter und Keith Haring, Ilja Kabakov und Ai Weiwei: Peter und Irene Ludwig haben Zeit ihres Lebens eine unvergleichliche Sammlung herausragender Kunstwerke seit Beginn der 1960er Jahre zusammengetragen. Bis in die frühen 1990er Jahre hinein erweiterten sie ihre Sammlung stetig. Das Stammhaus dieser einzigartigen Sammlung ist das Ludwig Forum in Aachen, wo das Industriellenpaar lebte und von wo aus es eine der größten Schokoladen- und Süßwarenproduktionen der ehemaligen Bundesrepublik lenkte.

Eine Generation später: Die Sammlung, die Gabriele und Wilhelm Schürmann seit Mitte der 1980er Jahre aufgebaut haben, gehört heute zu den bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland. Sie wurde in zahlreichen Ausstellungen von den Hamburger Deichtorhallen bis zum Düsseldorfer K21 präsentiert.
Mehr als 1000 Einzelwerke waren in den vergangenen zehn Jahren als Leihgaben weltweit in über 100 Institutionen zu sehen, darunter das MoMA, das MoCA Los Angeles, das Art Institute Chicago, das Stedelijk Museum Amsterdam, das Musée d’Art moderne in Paris, die Tate Modern oder das Sprengel-Museum in Hannover. Der Fokus der Sammlung liegt aufgegenwartsbezogenen und kontextorientierten Positionen, wie sie Künstler der Generation Schürmanns und danach im Blick haben. Dazu gehören sämtliche künstlerischen Medien vom winzigen Foto bis zur raumgreifenden Installation etwa von Martin Kippenberger, Thomas Locher, Mike Kelley, Pae White, Rita McBride, Jason Rhoades, Christopher Williams, Sister Corita, Fiona Baner, Franz West, Heimo Zobernig, Monika Baer, Joëlle Tuerlinckx, Walter Swennen, Heinrich Dunst bis hin zu aktuellen Positionen wie Michael E. Smith, Simon Denny oder GCC. Obwohl sie seit ein paar Jahren auch eine Wohnung in Berlin haben, leben Gaby und Wilhelm Schürmann seit mehr als 30 Jahren in zwei zusammengelegten Reihenhäusern in einem ehemaligen Bergarbeiterstädtchen in der Nähe von Aachen, inmitten ihrer Kunst.

Die Ludwigs zeigten seit 1968 amerikanische Pop Art in Aachen. Die Schürmanns begegneten damals, als Studenten, erstmals der Kunst aus der Sammlung Ludwig. „Weltklasse“, sagen sie.  


Heute trifft Wilhelm Schürmann wieder auf Werke Ludwigs, in der Ausstellung „Le Souffleur“: Das Ludwig Forum Aachen hat ihn eingeladen, eine Ausstellung mit Blick auf die Sammlung Ludwig zu kuratieren. Entstanden ist „Le Souffleur“, 15 Kunst-Räume, in denen sich Werke beider Sammlungen subtil und auf Augenhöhe begegnen und sich dabei gegenseitig kommentieren – für den Titel stand ein Kunstwerk von Olivier Foulon Pate. Zu sehen sind etwa 50 Werke aus der Sammlung Ludwig und etwa 200 Arbeiten aus der Sammlung Schürmann.

Weitere Informationen: www.ludwigforum.de