"Leas Hochzeit" im Schauspielhaus Bochum

Schauspielhaus Bochum (Foto: Jürgen Landes)
Schauspielhaus Bochum (Foto: Jürgen Landes)
WDR 3 Kulturtipp: 

von Judith Herzberg
Regie: Eric de Vroedt

In ihrem Stück „Leas Hochzeit“, dem ersten Teil eines dreiteiligen Familienepos‘, das Anfang der 1980er Jahre entstand, entfaltet die niederländische Autorin Judith Herzberg mit hintergründigem Humor und mittels eines feinen Gewebes flüchtiger Begegnungen und Gesprächsfetzen das Panorama einer niederländischen Familie. Auf der Feier kreuzen sich alte und neue Beziehungen, familiäre und freundschaftliche Zusammenhänge, Erinnerung und Gegenwart.
Der Holocaust, den die 1934 geborene Dichterin wie ihre Figuren überlebt hat, bildet dabei den traumatischen Fluchtpunkt. Judith Herzberg war die erste Autorin, die die Probleme jüdischer niederländischer Kriegsopfer der zweiten Generation thematisierte, die als Kinder während des Zweiten Weltkriegs bei fremden Menschen auf dem Land versteckt wurden, um der Deportation zu entgehen. Der niederländische Theatermacher Eric de Vroedt, zwei Gnerationen jünger als die Schriftstellerin, untersucht in seiner Inszenierung auch die allgemeinere Bedeutung des Stücks, das in den Niederlanden als beinah unberührbarer Klassiker gilt.
Am Schauspielhaus Bochum inszenierte Eric de Vroedt in der vergangenen Spielzeit „Freitag“ von Hugo Claus. 2016 wird er Künstlerischer Leiter und ab der Saison 2018 Intendant des Nationaltheaters in Den Haag. In „Leas Hochzeit“ spielen u. a.  Anke Zillich, Martin Horn, Jürgen Hartmann, Therese Dörr und Raiko Küster. Die Premiere ist am 16. Mai in den Kammerspielen.

Premiere: 16. Mai 2015, Kammerspiele

Weitere Informationen und Tickets: www.schauspielhausbochum.de