Jan Albers – "cOlOny cOlOr" in der Von der Heydt-Kunsthalle Wuppertal-Barmen

Jan Albers in der Von der Heydt-Kunsthalle (Rechte: Jan Albers)
Jan Albers in der Von der Heydt-Kunsthalle (Rechte: Jan Albers)
WDR 3 Kulturtipp: 

22. März – 28. Juni 2015

Die umfangreiche Einzelausstellung des Düsseldorfer Künstlers Jan Albers (geb. 1971 in Wuppertal) konzentriert sich überwiegend auf aktuelle Werke aus den vergangenen drei Jahren, in denen die Arbeiten mehr und mehr die Fläche verlassen, raumgreifend und dreidimensional werden.

Gezeigt werden 35 Werke in einem eigens für die Kunsthallen-Räume angelegten, in Zeltgrau gehaltenen Parcours, der durch die Veränderung der Raumstruktur sowie eine atmosphärisch auf die Werke eingehende Farbfassung den Betrachter zu einem ganz neuartigen Kunsterlebnis führt.

Ein Werk von Jan Albers vermag es aufgrund des fast physisch spürbaren, auch emotionalen Sogs beim Betrachter durchaus etwas wie einen „ästhetischen Schauer“ auszulösen. Parallelen finden sich weniger in der Kunst; die Arbeit ist eher der Reflex des Künstlers auf die ihn umgebende Umwelt. Persönliche Perspektiven, die eigene Biographie, das Leben im urbanen Chaos unserer Großstädte, architektonische Raster und Oberflächen, Reiseerfahrungen und die Sehnsucht nach unberührten Landschaften werden als Fragmente abstrahiert und zu dreidimensionalen Reliefs von hoher Konzentration und Dichte formuliert. Seine Arbeiten entstehen zwischen obsessivem Aktionismus und präziser Planung.

Ein charakteristischer Aspekt der künstlerischen Praxis von Jan Albers ist es schließlich, das „Format“ des Ausstellens mitzudenken oder sogar explizit zum Motiv des Werkes werden zu lassen, d.h. die Platzierung des Werks im Raum, seine Rahmung und Inszenierung zum Kunstwerk zu erheben. Auch die Ausstellung in der Von der Heydt-Kunsthalle ist mehr als nur die Summe ihrer einzelnen Teile; sie ist als „Parcours Mortale“ (Jan Albers) konzipiert, als großes Ganzes, mit einer Abfolge von Räumen, die mit Einbauten und farblich unterschiedlich markierten Wandflächen in die vorhandene Struktur des Ausstellungsortes eingreifen und diese verändern. Die Ausstellung wird so zu einer Versuchsanordnung, die den umgebenden Raum der Werke mitdenkt.

Als Rahmenprogramm gibt es öffentliche Führungen, Diskussionen mit dem Künstler sowie praktische Workshops für Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

Weitere Informationen: www.von-der-heydt-kunsthalle.de